Rechtsextremismus
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Bild: iStockphoto

Ein Neonazi hinter Gittern – das Hin und Her im Fall David Köckert

Jetzt sitzt er also doch wieder hinter Gittern. Polizisten in Gera haben den Thügida-Gründer und Neonazi David Köckert am Donnerstagabend festgenommen. Am Freitag soll er dem Amtsgericht vorgeführt werden, schreibt unter anderem die "Thüringer Allgemeine Zeitung". Der Vorwurf lautet: räuberische Erpressung.

Köckert war deswegen bereits mehrere Wochen in Untersuchungshaft gesessen, bevor er vergangene Woche nach einer mündlichen Verhandlung unter Auflagen frei kam. (mdr)

Am Wochenende folgte aber offenbar die erneute Kehrtwende.

Einem Bericht der "Thüringer Allgemeinen" zufolge wurde ein Zeuge im Verfahren gegen Köckert von Unbekannten verprügelt. Die Ermittler vermuten demnach, dass der Thügida-Gründer und Greizer Stadtrat den Angriff in Auftrag gegeben hat.

Die Staatsanwaltschaft Jena hat auf Anfrage von watson bestätigt, dass Köckert am Donnerstag "wieder in die JVA zurückgeführt wurde". In Bezug auf den verletzten Zeugen wollte ein Sprecher keine Aussage machen. Man wisse nicht, woher die "Thüringer Allgemeine" ihre Informationen habe, aber "wir kommentieren die Hintergründe für die erneute Festnahme nicht", sagte der Sprecher.

Dabei sind diese Hintergründe hoch brisant, denn der ehemalige NPD-Politiker Köckert gilt als eine der wichtigsten Personen in der ostdeutschen Neonazi-Szene. Seine kriminellen Energien lassen auch Rückschlüsse auf die organisierte Szene zu.

Wer ist David Köckert?

Bei Köckert handelt es sich um weit mehr als nur einen gewalttätigen Neonazi.

Anfang September war er es, der bei den rechten Demonstrationen in Köthen vor rund 2.500 Menschen das Mikro ergriff und überregional bekannt wurde, weil er den "Rassenkrieg gegen das deutsche Volk" unter Applaus proklamierte.

Dazu bezeichnete Köckert an jenem Tag Polizisten als "charakterlose Söldner in Blau" und Journalisten als "soziale antideutsche Schweinepresse". 

Seitdem wird wegen Volksverhetzung gegen Köckert ermittelt, der 2015 den Pegida-Ableger Thügida gegründet hat, jahrelang bei der NPD aktiv war und regelmäßig auf YouTube rechtsradikale Videos online stellt. 

Nach einem Streit mit AfD-Mann Björn Höcke wollte Köckert vor dessen Haus demonstrieren.

Die aktuellen Ermittlungen

Im Oktober verhängte die Staatsanwaltschaft Gera Haftbefehl gegen Köckert und zwei weitere Unbekannte.

Die Vorwürfe gegen die drei lauten räuberische Erpressung gegen das Waffengesetz und räuberische Erpressung. Es soll einen Überfall auf einen Pizzaboten in Gera gegeben haben, den die Beschuldigten dann mutmaßlich ausraubten.

Außerdem sollen zwei der drei Beschuldigten zusammen mehrere Tattoo-Studios in Sachsen und Thüringen besitzen, in denen sie Sozialversicherungsbetrug betreiben.

Der "Spiegel" schrieb damals, die Staatsanwaltschaft habe dem Magazin gegenüber bestätigt: Köckert sei der einzige, der sowohl wegen des Betrugs in den Studios als auch wegen des Überfalls beschuldigt würde. (Spiegel)

(mbi)

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Video: watson/Felix Huesmann, Marius Notter, Lia Haubner

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