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Im Kaffee, unter Bananen, im Bauch – wie 2018 Tonnen von Kokain nach Deutschland kamen

Die deutschen Behörden haben 2018 vermutlich weniger Kokain als im Vorjahr abgefangen. Ein Anzeichen für ein Nachlassen des Drogenschmuggels ist das aber nicht. Die UN und Europol warnen vor der organisierten Rauschgiftkriminalität.

Mit diesen Zahlen ist das so eine Sache. Denn der Zoll erfasst nur seine eigenen Sicherstellungen. Die Polizei macht wiederum ebenfalls Fänge im Kampf gegen Drogen. Anfang November erwischten Hamburger Fahnder fünf Männer beim Abladen von 1,1 Tonnen Kokain aus einem Lastwagen.

Das sind bereits große Mengen, aber vermutlich bilden sie nur einen Bruchteil dessen ab, was jährlich nach Deutschland geschleust wird. Polizei und Zoll entdecken längst nicht alles, was nach Deutschland gebracht wird.

Wie viel Prozent fangen die Fahnder ab?

Es könnten 3, 10 oder 20 Prozent sein. "Das kann man seriös nicht sagen", erklärte Meyns. Es handele sich um eine Dunkelziffer. Gehe man optimistisch von 25 Prozent Sicherstellungsquote aus, so würden jährlich etwa 30 Tonnen Kokain aus Südamerika nach Deutschland geschmuggelt.

Wie kommen die Drogen ins Land?

Der Großteil davon kommt über die Seehäfen Hamburg und Bremerhaven, sagte die Sprecherin des Zollkriminalamts, Ruth Haliti. Die Schifffahrtsrouten führen jedoch häufig über Spanien und Belgien. Wenn die Behörden in diesen Ländern den Kontrolldruck erhöhten, werde mehr abgefangen.

Im vergangenen April fand die spanische Polizei in der Hafenstadt Algeciras knapp neun Tonnen Kokain. Es war die größte Menge, die je in Europa in Containern entdeckt und beschlagnahmt worden sei, erklärte Spaniens damaliger Innenminister Juan Ignacio Zoido. Die belgische Polizei fand im August fast zwei Tonnen Kokain im Hafen von Gent. Belgien gilt laut der EU-Beobachtungsstelle für Drogen als wichtigstes Transitland für Kokain in Europa.

Wie läuft der Schmuggel ab?

Nach den brasilianischen Baumaschinen, die 2016 als Rauschgiftversteck aufflogen, gingen die Schmuggler 2018 eher in üblicher Weise vor: Sie packten ihre illegale Ware etwa in Sporttaschen, die schnell über Bord geworfen werden können. Mehrere solcher Taschen mit 300 Kilo Kokain fand der Zoll im Juli in der Elbmündung bei Brunsbüttel. Oder das Koks lag in Bananenkisten. Das Bayerische Landeskriminalamt kam im Frühjahr einer Bande auf die Spur, die auf diese Art ,.8 Tonnen Rauschgift aus Ecuador nach Deutschland geschmuggelt haben soll.

Side view of a tilted wooden crate filled with fresh organic bananas sitting on rustic wood table. The crate is tilted with some bananas out of it. Predominant color is brown and yellow.Low key DSRL studio photo taken with Canon EOS 5D Mk II and Canon EF 24-105mm f/4L IS USM Lens

In Bananenkisten verstecken Schmuggler das Kokain Bild: E+

Auch Ananas oder Kaffee dienten den Dealern als Tarnung, wie Funde im März in Mecklenburg und im November in Hamburg zeigten. Das Kokain kommt jedoch nicht nur per Schiff. Kleinere Mengen werden im Auto, im Reisebus oder im Flugzeug transportiert. Im Juni erwischten Zöllner am Frankfurter Flughafen einen 35-Jährigen, der mit 860 Gramm Rauschgift im Magen in São Paulo ins Flugzeug gestiegen war.

Wieviel Geld steckt im Handel?

Mit Kokain kann viel Geld verdient werden. Der Verkaufspreis liege zwischen 50 und 70 Euro pro Gramm, sagte Meyns. Der Zoll geht davon aus, dass reines Kokain auf die dreifache Menge gestreckt wird, bevor es auf den Markt kommt. Die Dealer verwendeten dabei Substanzen wie Levamisol, Rattengift und andere stimulierende, aber krebserregende Mittel. Levamisol ist ein Tiermedikament gegen Wurmbefall. Nebenwirkungen seien die Veränderung des Blutbildes, Verwirrungszustände, Schüttelfrost und Infektionen im Analbereich.

Schreckt das die Konsumenten ab?

Eher nicht. Laut dem Weltdrogenbericht, den die Vereinten Nationen im Juni in Wien vorlegten, haben noch nie so viele Menschen auf der Welt Drogen genommen. Im Jahr 2016 hätten rund 275 Millionen Männer und Frauen mindestens einmal illegale Drogen konsumiert, zehn Prozent mehr als im Vorjahr. Die Drogenmärkte werden größer, konstatierte der Chef der UN-Abteilung für Drogen- und Verbrechensbekämpfung, Yury Fedotov. Die europäische Polizeibehörde Europol warnte Anfang Dezember vor der wachsenden Macht der organisierten Drogenbanden in Europa.

(dpa)

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