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imago/polizei-montage

Rasende Eichhörnchen und Python-Pakete – die erstaunlichsten Highlights des Polizei-Jahres

Es war ein seltsames Jahr für Deutschlands Ordnungshüter, aber auch für deren Kollegen im Ausland. Von Auto fahrenden Schulkindern über verknotete Männer und bescheidene Räuber  – bis hin zu Mäusen mit angeblicher Marihuana-Vorliebe:

Bekiffte Mäuse brachten Probleme

Polizisten sind in Argentinien in arge Erklärungsnot geraten, nachdem beschlagnahmtes Rauschgift in ihrer Obhut in rauen Mengen verschwunden war. Es ging um eine halbe Tonne Marihuana.

Ihre Version: Mäuse in dem Lager in Buenos Aires hätten die Drogen verspeist, beteuerten die Ordnungshüter im Zwielicht. Unter anderem berichtete der britische "Guardian" über den Fall, den Nager-Experten für – mindestens – verdächtig halten. Die beschuldigten Mäuschen schweigen in der Sache.

Ein Umbau mit Folgen

Oh, Schreck! Nach längerer Abwesenheit besuchte ein Hausbesitzer mal wieder seine Immobilie im sachsen-anhaltischen Genthin. In der Zwischenzeit war dort eine professionelle Cannabis-Plantage mit Wassertanks, Beleuchtungsanlagen und 500 Pflanzen entstanden.

Ein Schlangen-Geschenk und ein Schalersatz

"Nimm nichts von Fremden an" – Jahrzehnte lang bläuten Eltern diesen Satz ihren Kindern ein. Der Fall eines Berliner Jungen dürfte sie bestärken. Ende August drückte ein fremder Mann dem Jungen im Stadtteil Lichterfelde einen Jutebeutel in die Hand und rannte davon.

"Viel Spaß mit den Pythen", soll er im Weglaufen gerufen haben. Tatsächlich fanden sich im Inneren des Beutels zwei Würgeschlangen, jeweils weniger als einen Meter lang – Pythons, so der korrekte Plural. Die vieles gewöhnte Berliner Polizei übergab die Tiere einem Experten und twitterte gelassen: "Allet Jute ihr zwei."

Es blieb nicht der einzige Einsatz dieser Art: Im Oktober flanierte ein 36-Jähriger mit einer artgeschützten Würgeschlange um den Hals durch den Düsseldorfer Hauptbahnhof – und löste so einen Einsatz der Bundespolizei aus. Das Tier wurde beschlagnahmt: Der mutmaßliche Besitzer habe nicht nachweisen können, dass es ihm wirklich gehöre.

Auch sei das Tragen einer Boa constrictor in der Öffentlichkeit "nicht als artgerechte Haltung zu verstehen". Mit 1,80 Meter Länge war das Reptil aus Sicht des Mannes offenbar ein prima Schalersatz.

Man kann so vieles vergessen

Dass ein Autodach als Ablagefläche wenig taugt, erfuhr die Besatzung einer Polizeistreife auf der Ostseeinsel Usedom. Sie hatte auf dem Dach Munition für eine Maschinenpistole abgelegt und war dann zum nächsten Einsatz gebraust. Hätten sie sich nur vorab mit den Leipziger Polizisten unterhalten, die 2016 auf ähnliche Weise einer Maschinenpistole verlustig worden waren.

Wirklich so viel vergessen...

Kommt der türkische Präsident in Berlin zu Besuch, dann kann es schon einmal unübersichtlich werden: Wo war noch gleich der Streifenwagen? Diese Frage stellte die Hauptstadtpolizei nicht nur sich selbst, sondern auch allen anderen Polizeidienststellen per Mail – etwa 25.000 Mitarbeiter wurden kontaktiert. Ob rein zufällig der gesuchte Wagen bei ihnen stehe? Nicht auszudenken, was Ganoven mit dem Fahrzeug anstellen könnten. Am Ende war alles viel simpler. Beamte hatten den Wagen aus der Werkstatt abgeholt - und dort vergessen, ihn aus einer Liste auszutragen.

Was da wohl los war?

Hilferufe durch den schmalen Spalt einer Wohnungstür hatten den Einsatz ausgelöst. Im Innern fand die Polizei einen seltsamen Anblick vor: Zwei Männer, ein fernsteuerbares Spielzeugauto und eine als Ritter verkleidete Schaufensterpuppe – verkeilt zu einem "Knäuel" und deshalb völlig bewegungsunfähig. Die Beamten halfen dem Mieter und dessen Trinkkumpan beim Entknoten. Gedankt wurde es ihnen nicht, eine Erklärung gab es auch nicht: Der entknotete Bewohner beschimpfte seine Retter – und kassierte dafür noch eine Anzeige.

Dieser Junge wusste hingegen genau, was Sache ist

Als Landkind hat man es nicht leicht. Alles ist weit entfernt, Busse kommen – wenn überhaupt – selten. Und mal eben am Laden um die Ecke etwas Süßes zu kaufen, ist auch nicht drin. "Dann eben mit dem Auto", dachte sich ein Elfjähriger aus Niedersachsen im September, als ihn der Heißhunger auf Zuckriges packte. Er machte sich mit dem Wagen der Mutter auf in Richtung eines entfernten Supermarkts. Nach zehn Kilometern unfallfreier Fahrt stoppte ihn eine Streife – und der Elfjährige parkte routiniert auf dem Seitenstreifen. Seine Fahrkenntnisse habe er beim Treckerfahren erworben, bekamen die Beamten zu hören.

Und dieser Lastwagenfahrer hingegen gar nicht...

Neue Maßstäbe in Sachen Beratungsresistenz setzte im Juni ein Lastwagenfahrer in Baden-Württemberg. Er wollte sich die Umfüllung von Gas aus einem Transporter in einen Tank aus der Nähe ansehen – und zwar mit Zigarette im Mund. Weil die Mitarbeiter des Autohofs den Mann nicht zum Weggehen bewegen und wegen der Brandgefahr den Tank nicht befüllen konnten, riefen sie die Polizei. Doch auch den Beamten kaufte er zunächst nicht ab, dass Zigarettenglut und Treibstoffe nicht gut zusammengehen. Erst nachdem sie ihn "energisch in die Schranken" wiesen, willigte der Raucher ein, die Szene "aus einiger Distanz" zu betrachten.

Und hier noch ein Transport, der einfach nur verboten war

Ein paar Muscheln vom Strand, eine schöne Postkarte – einem Zoohändler aus Bayern waren solche Mitbringsel zu gewöhnlich. Und so fuhr er mit einem Laster mit 24 Wasser-Zisternen – insgesamt 24.000 Liter Fassungsvermögen – im italienischen Urlaubsort Triest an die Strandpromenade und begann, das Wasser aus dem Ozean zu pumpen. Die Polizei ließ ihn das Wasser noch an Ort und Stelle zurückkippen. 1500 Euro Geldstrafe bekam der 48-Jährige – statt des Wassers für seine Aquarien.

Wenn man schon mal aufräumt...

Mit einer funktionierenden Splittergranate erschien eine 90-Jährige in einer Leverkusener Polizeiwache. Sie wolle das "Teil nicht mehr im Haus haben", das ihr Gatte – inzwischen verstorben – 1943 aus dem Krieg in Russland mitgebracht habe und das seither auf dem Schreibtisch lag. Die Beamten wollten das Teil ebenfalls nicht auf der Wache haben – und so wurde evakuiert. Nach zweieinhalb Stunden gab der Kampfmittelräumdienst Entwarnung.

Auch "Pippilotta" bekam ihre 15 minutes of fame

Rothaarig und klein war die Verfolgerin, die einen Mann in Karlsruhe im August zu einem verzweifelten Notruf nötigte. Ihre Körpergröße glich sie offenbar durch Hartnäckigkeit aus. Nach der "Festnahme" entpuppte sich die Kleine – dehydriert, schwach und am Auge verletzt – als wenige Wochen altes Eichhörnchen-Mädchen. Wegen ihres Überlebenswillens bekam die Kleine den Beinamen "Pippilotta" – in Anlehnung an den Vornamen der Kinderheldin Pippi Langstrumpf.

Wohl aus purer Verzweiflung habe sie dem Mann nachgestellt, erklärte die Wildtierstation, die sie aufnahm und nach einigen Wochen propper und gesund wieder in die Freiheit entließ. "Sie hat einen eigenen Kopf, ist sehr selbstständig und macht, was ihr gefällt", hieß es – ganz wie die Namenspatin.

(pb/dpa)

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