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Besserwisser-Passanten nennen Sohn "Störenfried" und "Rotzbengel" – so antwortet der Vater

15.06.18, 19:04 15.06.18, 19:53

Auf seinem Facebook-Profil berichtet der Kölner Markus Brandl regelmäßig über sein Leben als junger Vater. Er zeigt dabei nicht nur die schönen Seiten des Elterndaseins.

Brandl regt sich dort auch auf. Über "Blender-Mamas" auf Instagram zum Beispiel, die alles tun, um sich als schön und perfekt darzustellen.

In einem aktuellen Post wendet er sich an Passanten, die sich in der Öffentlichkeit in die Erziehung seines Sohnes einmischen.

Er schreibt in ironischem Ton:

"Bitte vergeben sie mir! Da hat sich mein Sohn doch tatsächlich mitten auf den Gehweg geworfen. Er wollte unbedingt mit dem Hubschrauber vorm Aldi in Leverkusen-Schlebusch fahren. UN-BE-DINGT, Papa! Das Fahrgeschäft kostet einen Euro und normalerweise bin nicht geizig, wenn es um diesen Zeitvertreib geht. Nur hatte ich meinem Sohn bereits eine Fahrt im Feuerwehrauto vorm dm spendiert. Man will sein Kind ja schließlich nicht verziehen. Außerdem waren wir ein wenig unter Zeitdruck. Wir erwarteten Gäste und … nein, ich möchte hier nicht billige Ausreden heranziehen, um mein Vergehen zu rechtfertigen. Ich bin schuldig!"

Markus Brandl

Durch den trotzigen Jungen, der seinen Willen nicht bekam, fühlten sich offenbar mehrere Passanten gestört.

"Ihr Alltag, liebe Kopschüttel-Passanten, wurde dadurch unverzeihlich und dauerhaft gestört. Ihr grimmiges mit der Zunge Schnalzen war berechtigt."

Markus Brandl

Ein Mann habe ihm zugeraunt, sein Sohn sei ein peinlicher "Rotzbengel". Brandl reagiert darauf in seinem Facebook-Post: Er hoffe, dass der Mann seine Worte lese und verstehe, "wie wichtig es mir ist, einen guten Eindruck bei ihm zu hinterlassen. Ich denke, auch privat sind Sie, werter Herr, ein super Typ, den man einfach gern hat. Ein absoluter Sympath, dessen Meinung stets so großes Gewicht hat, dass Sie sie ungefragt jedem vor den Latz knallen."

Noch mehr Leute wollten sich in die Erziehung seines Sohne einmischen.

So etwa eine ältere Frau:

"Ich erinnere mich eine liebenswürdige alte Dame mit markanter roter Teufelsbrille, die sich zu Paul runterbeugte und fragte, ob sie meinem Sohn helfen könne. Ich stand direkt daneben. Ich, der Vater, stehe daneben, und die Dame versucht, mein Kind zu retten. Stark!"

Die "Dame" habe ihm auch noch einen Erziehungstipp gegeben:

"Ihr Sohn ist aber ein ganz schön vehementer Störenfried. Kinder machen so etwas einfach nicht. Sie sollten ihm eine kleben!"

Markus Brandl

Markus Brandl zieht am Ende ein Fazit, das genauso ironisch ist, wie der Rest des Textes:

"Liebe Kopschüttel-Passanten, ich glaube, ich spreche für alle Eltern, wenn ich Ihnen sage, wie sehr wir Ihr Dasein begrüßen. Wir möchten noch mehr von Ihrer Frustration und Unzufriedenheit profitieren. Sie nerven uns zwar schon ordentlich, aber da ist noch Luft nach oben. Treiben Sie uns zur Weißglut! Pöbeln Sie uns an! Nur Ihr Weg ist der richtige, machen sie uns das klar! Was? Sie haben selbst gar keine Kinder und können aus eigener Erfahrung eigentlich gar nichts Sinnvolles beitragen? Egal! Machen Sie es trotzdem. Denn genau das ist Ihre Stärke! Sie haben die nötige Distanz. Sie kennen weder uns Eltern noch unsere Kinder, erlauben sich aber kackdreist ein Urteil."

Oder in anderen Worten: Sollen sie dahin gehen, wo der Pfeffer wächst.

"Zum Dank möchte ich Ihnen gerne einen Urlaub auf einer wunderschönen, verlassenen Insel spendieren. Alle zusammen. One-Way-Ticket. Es kommt von Herzen."

Markus Brandl

(fh)

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