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Am 4. September beginnt der Prozess gegen Daniel Hernandez, besser bekannt als Tekashi 6ix9ine Bild: https://www.instagram.com/6ix9ine0fficial/

Schießereien, Dealen, Depressionen – Geständnis von 6ix9ine veröffentlicht

Publiziert: 15.02.19, 16:10

Rapper Tekashi 6ix9ine sitzt seit November 2018 in U-Haft. Anfang des Jahres ließ er sich auf einen Deal mit der Staatsanwaltschaft ein und bekannte sich in neun Anklagepunkten für schuldig.

Dass der Rapper am 23. Januar also ein umfangreiches Geständnis ablegte, ist bekannt. Welche Straftaten er dabei im einzelnen zugab, war bisher allerdings nicht bekannt. Außerdem berichtet der Rapper, dass er nach dem Tod seines Stiefvaters krank wurde.

Dem Magazin "complex" soll jetzt eine Abschrift des Geständnisses vorliegen.

Hier nochmal die drei Hauptanklagepunkte, derer sich 6ix9ine schuldig bekannte:

  • Illegaler Waffen- und Drogenbesitz
  • Mitgliedschaft in der kriminellen Vereinigung "Nine Trey Blood Gang"
  • Teilnahme an Gewaltübergriffen auf rivalisierende Gang-Mitglieder

Hier einige weitere Details aus dem Geständnis:

6ix9ine soll zugeben, sich im Herbst 2017 mit der Nine Trey Blood Gang getroffen zu haben und ihr beigetreten zu sein. Laut "complex" stimmt diese Zeitangabe, denn im November 2017 erschien das Video zum 6ix9ine-Hit "Gummo", in dem bereits Mitglieder der "Bloods" zu erkennen sind.

Dann soll der Rapper seine Aufgaben in der Gang beschrieben:

"Als Mitglied der Organisation Nine Trey führt man diverse Aktionen durch. Dazu gehört auf Menschen zu schießen, Raubüberfälle zu begehen und manchmal mit Drogen zu handeln."

Auch hier soll er beteiligt gewesen sein:

Bewaffneter Raubüberfall am 3. April 2018 in New York. Das Bild aus einer Überwachungskamera veröffentlichten die Ermittler Bild: U.S. Attorney's Office

Und 6ix9ine machte laut "complex" in seinem Geständnis noch mehr bemerkenswerte Angaben. Der Richter Paul A. Engelmayer soll den Beschuldigten nämlich gefragt haben, ob er "jemals wegen einer Geisteskrankheit behandelt oder ins Krankenhaus eingeliefert wurde".

Der Rapper soll geantwortet haben, dass er um 2011 oder 2012 an Depressionen und posttraumatischem Stress litt, nachdem sein Stiefvater ermordet wurde.

"Ich fing einfach an, nur noch zu rebellieren. Ich duschte nicht mehr. Wohl so ein Depressionen-Ding."

Infolgedessen soll ihm das Antidepressivum Zoloft und "andere Medikamente" verschrieben worden sein, aber er habe sie nie genommen. "Meine Mutter benutzte mexikanische Heilmittel", sagte er, und die Symptome seien verschwunden.

Wie geht es weiter?

Im September ist Prozessauftakt. Voraussichtlich im Januar 2020 soll das Urteil verkündet werden. Dem Musiker aus Brooklyn drohen bis zu 47 Jahre Haft. Auch eine lebenslängliche Strafe gilt als denkbar. Das Geständnis könnte dem Rapper aber dabei helfen, eine mildere Haftstrafe zu bekommen.

(lj)