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AKKs Haltung zu LGBTI-Themen ist mehr, als ein Fastnachts-Witz. Bild: imago/getty images/montage: watson

Analyse

Kramp-Karrenbauer hat nicht einfach einen Witz gemacht – sie denkt wirklich so

Die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer steht nach ihrer "Comedy-Einlage" beim Stockacher Narrengericht in der Kritik. Sie befördere LGBTI-feindliche Stimmungen, sagen die einen. Sie habe nur einen Witz gemacht und werde nun zum Opfer einer Empörungskultur, meinen andere.

Kramp-Karrenbauers Auftritt ist jedoch mehr als ein dumpfer Fastnachts-Gag. Denn mehrere Äußerungen aus den vergangenen Jahren zeigen: Die CDU-Chefin denkt wirklich so.

Dieses Video brachte die Debatte ins Rollen.

Kramp-Karrenbauers homophobe Äußerungen

AKK handelt sich nicht zum ersten Mal einen Shitstorm mit homophoben Äußerungen ein. 2015 verglich die damalige Vorsitzende der saarländischen CDU in einem Interview mit der "Saarbrücker Zeitung" die gleichgeschlechtliche Ehe mit Polygamie und Inzest.

Sie sagte:

"Wir haben in der Bundesrepublik bisher eine klare Definition der Ehe als Gemeinschaft von Mann und Frau. Wenn wir diese Definition öffnen in eine auf Dauer angelegte Verantwortungspartnerschaft zweier erwachsener Menschen, sind andere Forderungen nicht auszuschließen: etwa eine Heirat unter engen Verwandten oder von mehr als zwei Menschen. Wollen wir das wirklich?"

Im selben Interview sprach sich Kramp-Karrenbauer auch gegen das Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Paare aus.

"Seit Jahren heißt es, dass für die Entwicklung von Kindern Vater und Mutter die beste Konstellation ist. In der Kita oder in der Grundschule beklagen wir, dass es zu wenige männliche Vorbilder gibt. Mir will nicht ganz einleuchten, dass das im engsten Umfeld, in dem Kinder geprägt werden, gar keine Rolle spielen soll. Gerade diese Frage dürfen wir nicht daran festmachen, ob sich jemand diskriminiert fühlt oder nicht – sondern allein am Kindeswohl."

Eine ganze Reihe an Studien zeigt übrigens, dass das Wohl von Kindern, die bei gleichgeschlechtlichen Eltern aufwachsen, nicht gefährdeter ist, als in klassischen heterosexuellen Familien. Zumindest von ihrer strikten Ablehnung des Adoptionsrechts für Schwule und Lesben ist Kramp-Karrenbauer mittlerweile abgerückt.

Die Ehe für alle lehnt sie allerdings immer noch ab. 2017 warnte AKK mit folgenden Worten vor der Ehe-Gleichstellung:

"Man muss aber im Blick behalten, dass das Fundament unseres gesellschaftlichen Zusammenhalts dadurch nicht schleichend erodiert."

In der Talkshow von Maybritt Illner bekräftigte Kramp-Karrenbauer ihre Ablehnung im November 2018 erneut. Der Journalist und ehemalige Stoiber-Wahlkampfmanager Michael Spreng warf ihr daraufhin vor, ihre Haltung zur Ehe für alle sein "nicht konservativ, sondern reaktionär".

Bei der Wahl zur neuen Parteivorsitzenden im vergangenen Jahr – und mit Blick auf eine künftige Kanzlerinnen-Kandidatur – gilt Kramp-Karrenbauer zwar als Wunschkandidatin Angela Merkels. In Fragen von Familie, Geschlecht und Religion ist die CDU-Chefin allerdings eine wertkonservative Hardlinerin.

2018 brachte ihr das sogar den Titel der "Miss Homophobia" ein.

Kritik aus Lesben- und Schwulen-Union, Verteidigung aus der AfD

Für ihre Fastnachts-Einlage wird Annegret Kramp-Karrenbauer nun auch auch aus ihrer eigenen Partei kritisiert. Der Vorsitzende der Lesben und Schwulen in der Union, Alexander Vogt, forderte gegenüber Focus Online eine Entschuldigung von ihr.

Er sagte:

"Ich glaube wirklich nicht, dass es mit Absicht geschehen ist. Aber in der Position der Parteivorsitzenden der CDU sollte man bei solchen Themen sensibler agieren."

Vogt forderte jedoch gleichzeitig, aus der Angelegenheit keine "Staatsaffäre" zu machen und daraus keine grundsätzlichen Schlüsse über die politische Haltung der CDU-Chefin zu ziehen.

Rückendeckung bekommt Kramp-Karrenbauer hingegen von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner. Ihre Argumentation: Es würden auch Witze über Männer und Frauen gemacht, wenn man also nicht auch Witze über intergeschlechtliche Menschen mache, diskriminiere man sie.

Verteidigt wird die CDU-Chefin übrigens nun auch von Teilen der AfD.

Beatrix von Storch springt AKK auf Twitter bei:

Und der AfD-Bundestagsabgeordnete Martin Reichardt versucht sich an "witzigen Reimen":

Von letztem Jahr, aber still fabulous: So war der Tuntenspaziergang durch Neukölln

abspielen

Video: watson/Felix Huesmann, Lia Haubner

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    Alle Leser-Kommentare
  • László Jankovics 05.03.2019 14:19
    Highlight Highlight Egal ob Karneval oder nicht, wo Dick und Doof Witze rießen, hat noch jeder drüber gelacht! Obwohl diese tipische deutsche Bezeichnung "Dick und Doof" schon als Beledigung ist für Stan und Pan...:)
  • DerTaran 05.03.2019 08:31
    Highlight Highlight Ich bin nicht mal der Meinung, dass sie einen Witz über Transsexuelle gemacht hat. Sie hat alle Männer beleidigt, die nicht ihrer konservativen Vorstellung entsprechen.

    Ist ein Mann weniger Mann, wenn er im Sitzen pinkelt? Es sollte wohl ein Witz sein, es war aber eigentlich nichts witziges daran, sie hätte das so und in vollem Ernst an jedem Populisten-Stammtisch als Hetze vortragen können.

    Satire darf alles, aber wenn man sich selber so entblösst, dann muss man auch mit dem Protest leben. Da sie aber scheinbar nach Rechts schielt und das ist ihr gutes Recht, wird es ihr egal sein.

Beliebtheitswerte halbiert – 4 Aussagen, mit denen AKK junge Wähler verprellt

Seitdem Annegret Kramp-Karrenbauer neue CDU-Parteichefin ist, setzt sie Signale, um die besonders konservative Wählerschaft für sich zu gewinnen. Dafür rutschen ihre Sympathiewerte besonders bei jungen Wählern in den Keller.

Annegret Kramp-Karrenbauer provoziert sich bei der jungen Wählerschaft ins Aus. Die Vorsitzende der CDU hat laut einer Forsa-Umfrage im Vergleich zum Dezember ingesamt um zwölf Prozentpunkte an Zustimmung verloren. Nur noch 36 Prozent der Deutschen würden sie wählen.

Besonders bei jungen Wählern hat AKK stark an Sympathie eingebüßt: Bei den 18- bis 29-Jährigen hat Kramp-Karrenbauer seit vergangenem Dezember ihre Zustimmungswerte sogar halbiert, von 37 Prozent auf 18 Prozent.

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