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epa05152600 (FILE) A file picture 19 March 2015 shows Swedish music producer Max Martin during an export prize ceremony in Stockholm, Sweden. Martin has been named one of the laureates of Sweden's prestigious 2016 Polar Music Prize, the prize committee announced on 10 February 2016. The award will be presented by the Swedish king on 16 June. EPA/CLAUDIO BRESCIANI / TT SWEDEN OUT |

Max Martin Bild: TT NEWS AGENCY FILE/ CLAUDIO BRESCIAN

Das ist das Genie, das Britney groß machte (und an deinen Ohrwürmern Schuld ist)

Wenn Britney Spears heute bei ihrem zweiten Deutschland-Tour-Stopp in Mönchengladbach die Bühne betritt, wird sie ganz der Profi sein und dem Publikum das bieten, was es hören will. Und das sind vor allem die allerersten Hits, die Britney über Nacht zur Teen-Pop-Sensation machten. "… Baby One More Time", "Oops! … I Did It Again", "Lucky" oder "Stronger" erkennt fast jeder nach drei Akkorden. 

Diese Kompositionen stammen alle aus der Feder des schwedischen Musik-Produzenten Karl Martin Sandberg, a.k.a. Max Martin.

Der verhalf nicht nur Ende der Neunziger Britney zum Durchbruch sondern schrieb auch die meisten Hits von *NSYNC und den Backstreet Boys. Selbst nachdem die Teen-Pop-Ära 2001 vorbei war, produzierte er Verkaufsschlager um Verkaufsschlager. Insgesamt stehen neben seinem Namen 954 Platin-, 318 Gold- und 9 Diamant-Auszeichnungen.

Martin ist der wohl erfolgreichste Produzent massentauglicher Pop-Musik unserer Zeit.

Die größten Hits von Max Martin in einem Video:

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Video: YouTube/Fabs

Schaut euch einfach an, welche Songs er neben denen von Britney Spears produziert hat (Die gefetteten Verkäufe sind bei Wikipedia aufgeführt sind eher als Richtwerte zu verstehen, da die Singles weiterhin gekauft werden.):

Laut Hollywood-Reporter hat er zumindest schon bis 2013 über 135 Millionen verkaufte Singles wenigstens mitproduziert.

Mit seinem einzigartigen Gespür und der detailversessenen Umsetzung für Ohrwurm-Refrains hat er Karrieren initiiert (*NSYNC, Backstreet Boys, Britney Spears, Kelly Clarkson, Katy Perry), sie revitalisiert (Justin Timberlake, Pink, Bon Jovi) oder No-Namen einen Hit geschenkt und sie damit reich gemacht. Oder kennt noch jemand Taio Cruz? Zumindest den Kracher "Dynamite" wirst du nach drei Sekunden mitsummen können.

Ansonsten helfen wir hier nochmal nach:

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Video: YouTube/TaioCruzVEVO

Die Max-Martin-Zutaten

Komponist und Pop-Musik-Theoretiker Owen Pallett sagte dem Musik-Magazin "Noisey", dass sich Martin komplett an die Regeln des Pop-Musik-Schreibens halte. "Martin hat ganz viele versteckte Zutaten, aber eine davon ist dieser Ansatz, Melodien zu schreiben, die ähnlich funktionieren wie eine Programmier-Sprache. Es hat alles eine Funktion, nichts ist improvisiert." Die Funktion ist natürlich, eine Melodie zu kreieren, die so eingängig ist, dass sie nicht mehr aus dem Kopf geht. Und darum herum wird dann der Song gebaut. Es gibt keinen unnötigen Schnick-Schnack, dennoch müssen auch Änderungen und Überraschungen her.

"Wenn du den ersten, zweiten und dritten Chorus eines Songs hörst, dann klingen sie nicht gleich. Es ist die gleiche Melodie, aber die Energie ändert sich. Es geht darum, dass der Zuhörer die Konzentration beibehält."

Das erzählte Martin in einem seiner wenigen Interviews der schwedischen Zeitung Dagens Industri, die ihm 2016 eine ganze Wochenend-Ausgabe widmete. 

Martin dürften einige Musik-Virtuosen verfluchen, schließlich hat er massentaugliche Ohrwürmer kreiert, die wir nie vergessen werden und die in den 2000ern viele Nachahmer heraufbeschwörten. Doch keiner machte sie so gut wie Martin.

Er selbst gilt im Studio als guter Zuhörer, der sich sehr gut an die Interpreten anpassen kann. Doch die Öffentlichkeit hat er im Vergleich zu Produzenten seiner Zeit wie Timbaland, Scott Storch oder Diplo nie gesucht.

Das einzige aufgezeichnete Interview mit Max Martin:

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Video: YouTube/Hugo Gallardo

So wurde er zur Popmaschine:

Max Martins Werdegang zur Pop-Maschine ist untrennbar mit dem Namen Denniz Pop verbunden. Der Stockholmer Ex-DJ produzierte Hits für Ace of Base, Dr. Alban und Robyn und erkannte das Songwriter-Talent von Martin, der bis dahin in der Metall-Band "It's Alive" spielte. Denniz Pop nahm Martin unter seine Fittiche und brachte ihm im Stockholmer Studio "Cheiron Studios" die Kunst des Produzierens bei. Zusammen schrieben sie die Hits der Backstreet Boys und *NSYNC. 1998 starb Denniz Pop an Prostata-Krebs und Martin musste fortan alleine produzieren.

Er komponierte den Song "Hit Me Baby (One more time)" eigentlich für die R'n'B-Band TLC, doch die lehnte ab, genauso wie die schwedische Sängerin Robyn. Allerdings hatte das Musik-Label Jive, das auch die Backstreet Boys rausbrachte gerade die 16-jährige Britney Spears unter Vertrag genommen und beauftragte Martin, ihr ein paar Hits zu schreiben. Und so kam es. "... Baby One More Time" verkaufte sich über 10 Millionen Mal. Der Rest ist Geschichte. Britney wurde zum Superstar und Martin von der American Society of Composers, Authors and Publishers (ASCAP) zehn Mal zum Songwriter of the Year gewählt. Heute lebt er in Los Angeles, ist Multimillionär und hat sich mit seinen Ohrwürmern schon längst in unseren Gehörgängen eingenistet.

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Grönemeyer fand beim Thema Flucht die falschen Worte – meint es aber gut!

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