Deutschland

Der Echo ist tot – Alle Infos und Reaktionen zum Ende

Der Echo soll in seiner jetzigen Form abgeschafft werden. Das teilte der Bundesverband Musikindustrie auf Facebook mit:

Diesen Entschluss habe der Vorstand des Bundesverbandes Musikindustrie am Dienstag in einer außerordentlichen Sitzung in Berlin gefasst, meldet der Verband.

Der Vorstand wolle nicht, dass der Musikpreis wahrgenommen wird als: 

"Plattform für Antisemitismus, Frauenverachtung, Homophobie oder Gewaltverharmlosung"

Update, 17.00 Uhr: 

Bundesverband sagt nichts, bis die Änderungen konkreter sind

Auf Anfrage von watson wollte sich der Bundesverband Musikindustrie nicht weiter äußern. Sprecherin Sigrid Herrenbrück gab an, sie könne "über die Meldung hinaus nichts sagen." Neue Informationen gäbe es erst, "sobald sich die Änderungen konkretisiert haben."

Update, 16.00 Uhr:

Moritz Bleibtreu und Thomas D. finden das Echo-Ende vor allem lustig

Update, 15.30 Uhr: 

Jury-Mitglied findet Abschaffung "richtig"

In einem Interview mit dem Deutschlandfunk sagte Jurymitglied und Musikkritiker Jens Balzer, die Entscheidung, den Echo abzuschaffen, sei "richtig" und "alternativlos" gewesen.

"Es ist vieles falsch gelaufen in dieser Geschichte. (...) Ein Preis, der dermaßen stigmatisiert ist, wäre von niemanden nächstes Jahr angenommen worden."

Jens Balzer zu Deutschlandfunk

Update, 15.00 Uhr: 

Erste Reaktionen auf Twitter

Update, 14.30 Uhr:

Echo als beschädigte Marke

Der Echo war zuletzt in die Kritik geraten, als die Rapper Kollegah und Farid Bang für ihr Album "Jung, Brutal, Gutaussehend 3" ausgezeichnet wurden. Auf diesem Album waren zwei antisemitische Textpassagen enthalten. 

Die Marke Echo sei dabei so stark beschädigt worden, dass ein vollständiger Neuanfang notwendig sei, der auch eine Neuaufstellung des Echo Klassik und des Echo Jazz nach sich ziehe, meldete der Verband jetzt.

Die drei Preise sollen jedoch nicht für immer abgeschafft, sondern nur in "eine eigene Struktur" überführt werden. Die Kriterien für Nominierungen und Preisvergaben würden dabei vollständig verändert, die bisherigen Gremien eingestellt. 

Als noch Frieden herrschte: Der Echo in den 2000er-Jahren

Der Vorstand will sich für diese Änderungen Zeit nehmen und im Juni einen brancheninternen Workshop organisieren, um "möglichst viele Ideen und Erwartungen" zur Neugestaltung der Musikauszeichnung zu sammeln. 

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