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Floyd Mayweather (stilecht mit Gucci-Jacke) und Rapper T.I. haben andere Ansichten beim Thema Gucci-Boykott. imago/watson

Nach Guccis Blackfacing-Skandal: T.I. mit Disstrack gegen Box-Goldesel Mayweather

Der Blackfacing-Skandal um Gucci zieht seine Kreise in der amerikanischen Popkultur.

Wir erinnern uns: Die Luxusmarke sorgte für einen Skandal, als sie einen schwarzen Pulli postete, der die Mundpartie eines weißen Modells mit roten Lippen bedeckte. Damit wurde dem Modelabel Blackfacing vorgeworfen. Meint: Es würde rassistische Stereotype aus längst vergangenen Zeiten bedienen.

Daraufhin riefen mehrere Rapper zum Boykott gegen Gucci auf. So wie T.I. und Soulja Boy. 50 Cent verbrannte sogar ein T-Shirt. Selbst Lil Pump, der mit dem Song "Gucci Gang" seinen Durchbruch feierte, will die Marke boykottieren, aber den Song weiterhin aufführen.

Der italienische Designer hat zweifelsohne einen Siegeszug im HipHop geschafft. Auch im Deutschrap wird Gucci getragen, um zu signalisieren: Ich hab's geschafft. Einer der ersten großen Hits von Capital Bra war "Nur noch Gucci".

Zumindest in den USA ist es ein Dilemma: Weiterhin, wie im Rap üblich, zur Schau stellen, was man hat und 600 Euro teure Gucci-T-Shirts kaufen? Oder ein Statement gegen Rassismus setzen?

Box-Superstar Floyd Mayweather hat da eine ganz klare Ansicht.

Gegenüber TMZ erklärte er: "Wenn alle anderen sagen 'Boykottiert alle!' Dann sage ich, stell dir vor, dieser Junge steigt auf eine Yacht und lebt sein Leben. Wir alle wissen, Rassismus existiert immer noch, aber davon lasse ich mich nicht unterkriegen.“ Und dann: "… natürlich, Black Lives Matter first, aber das Ding ist, ich werde weiter machen, das Leben genießen und glücklich sein."

Etwas später veröffentlichte Rapper T.I., der sich ausdrücklich für einen Boykott aussprach, einen Disstrack gegen den millionenschweren Boxer. Auf dem Cover ist Mayweather mit dem diskutierten Pulli zu sehen.

T.I.: "F*ck N***a"

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Video: YouTube/TIvsTIP

Der Rapper wirft ihm darin vor, seine nur ans Geld zu denken und seinen Leuten nichts zurück zu geben.

"What did you do with it? How did you use it?
To make an impact and influence the world for the better?
You rather go buy some jewelry, whatever"

T.I. in "F*ck N***A"

Kurze Zeit später postete der schwerreiche Boxer (beim Kampf gegen Floyd Mayweather soll er laut Forbes 275 Millionen Dollar verdient haben) ein Statement auf Instagram.

In dem Statement erklärt er, dass man konsequent sein müsste und alle Modeunternehmen der Kering-Gruppe wie etwa Yves Saint-Laurent, Balenciaga, Alexander McQueen und eben auch Gucci boykottieren sollte.

Dazu warf er Künstlern vor, dass sie sich des Themas bedienen, nur weil es gerade trendet und ihre Bekanntheit und ihr Talent sonst nicht mehr ausreichen.

Dies ist auch ein ganz klarer Angriff an T.I., mit dem er sich schon früher gestritten hat und dessen Karriere in den letzten Jahren deutlich an Fahrt verloren hat.

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