So, oder so ähnlich, hat das damals bei uns ausgesehen... 
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Bild: pixabay/privat/montage

Sein erstes Festival vergisst man nie – unsere besten Erinnerungen

01.07.2018, 08:2914.08.2018, 10:57

Für alles im Leben gibt es ein erstes Mal – auch für den Festivalbesuch. Und auch der kann traumatisch, peinlich oder eben ganz wunderbar sein.

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Bild: www.giphy.com

Sieben Redaktionsmitglieder waren so mutig, ihre Geschichten mit dir zu teilen. Wahrscheinlich wird dir die eine oder andere sogar ziemlich bekannt vorkommen. In diesem Sinne: Enjoy! 

Max und seine Fan-Crushs:

Ich bin ja schon als Jugendlicher Journalist geworden, um auf Festivals Fotos zu machen. Quatsch! Mit 16 Jahren wollte ich kostenlos auf Konzerte gehen. Auftritt "Deconstruction Tour" am Losheimer Stausee im Saarland. Mit am Start: eine kleine Digitalkamera und eine Pressekarte für das Jugendmagazin "YouthToday".

Und was das für ein Tag werden würde:

  • Zum ersten Mal kletterte ich auf die Absperrung zwischen Bühne und Publikum um von oben aus in einen brutalen Moshpit (die Band hieß Strike Anywhere) reinzufotografieren. Wahnsinn!
  • Zum ersten Mal hörte ich von einer Liegewiese aus den Song "After the Eulogy" meiner all-time-Lieblingsband Boysetsfire von der Bühne schallern und rannte sofort in die Menge. Wegweisend!
  • Abends begegnete ich einem Ordner, der fragte: "Willst du mal was Krasses sehen?", um mich dann plötzlich auf die Bühne zu schubsen. Vor 15.000 Menschen, während NOFX "Kill all the White Men" spielt. Unvergesslich.

Rise, Rise, Rise, Rise, Rise, Rise, Rise, Rise: 

Gunda und die Orangen:

Ich war mit zwei Klassenkameraden auf dem "Bizarre Festival". Wir waren im Vorjahr schon auf dem Festival gewesen und nun hoffnungsfroh, dass alles wieder genauso schön werden würde. Nun. Die Location hatte gewechselt. Das Festival fand jetzt auf einer Schotterwiese, ohne jeglichen Schatten, statt. Außerdem waren es 35 Grad. Und es gab nichts zu trinken. Also es gab schon etwas zu trinken, aber wir konnten es uns nicht leisten.

Wir hatten nämlich kaum Geld dabei.

Weil ein großer Getränkehersteller im Vorjahr eine Promo-Aktion mit Umsonst-Getränken organisiert hatte, waren wir nämlich FEST davon ausgegangen, dass es wieder Umsonst-Getränke geben würde. Ja, ich weiß. In jedem Fall schwitzten wir um unser Leben und verdursteten vor uns hin. Da erblickten wir einen Stand, der frischen Orangensaft verkaufte.

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Bild: Giphy

In jedem unbeobachteten Moment mopste einer von uns eine Orange, mit der wir dann wegliefen und sie hinter einem Würstchen-Grill mit bloßen, staubigen Fingern aufrissen und uns den Saft in die Münder pressten. Mit der Methode kamen wir an dem Tag immerhin zu so drei bis vier Esslöffeln Flüssigkeit.

Just thinkin 'bout that orange orange juice

Dominik und der Senf-Regen: 

Letzter Tag des "Hurricane"-Festivals. Während Die Ärzte auf der Hauptbühne dröhnten, setzte ich mich für ein letztes lauwarmes Dosenbier vors Zelt. Plötzlich Zischgeräusch, Pluckern in der Luft und ein saftiger Platscher auf meinem Zelt.

Hurricane? Das ist doch das Festival, bei dem immer die selben Bands spielen. Joa: 

Bild: watson

Was war passiert?

Ein gutgelaunter und experimentierfreudiger Engländer, der natürlich noch nie etwas von den Ärzten gehört hat und sich deswegen schon auf den Campingplatz verzogen hatte, hatte ein Senfglas an eine Silvester-Rakete montiert und das Geschoss in den Scheeßeler Nachthimmel geballert. Mein Pech, dass der Senf-Regen genau über meinem Zelt herunterkam.

Es ist nicht deine Schuld...

Ein Redaktionsmitglied das anonym blieben möchte und seine Duschverweigerer-Freunde: 

Mein erstes großes Festival war "Rock am Ring". Ich bin mit einer Gruppe von Freunden hingefahren, war aber das Festival-Küken. Meine Crew hatte die eiserne Regel, fünf Tage nicht duschen zu gehen. 

Ich fand die Duschen aber nach zwei Tagen und heulte fast vor Glück.

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Bild: Giphy

Das war aber nicht das Schlimmste. Ein paar Jungs waren ganz hartgesottene Festival-Gänger von der Sorte, die fünf Tage lang Wasserkontakt komplett meidet. Getrunken wurde Alkohol, gewaschen wurde nichts. Auch nicht die Hände nach dem Pinkeln. Das hatte den Effekt, dass mir jedes Mal ein richtig ekelhafter Geruch entgegen schlug, wenn mich einer meiner Freunde umarmen wollte und die Hände in mein näheres Kopfumfeld kamen.

Nimm mich jetzt auch wenn ich stinke...

Ich war den Rest des Festivals damit beschäftigt, mich aus physischem Kontakt mit meinen liebevollen, betrunkenen, aber leider stinkenden Freunden zu winden.

Gehören zur Festival-Standardausrüstung: Gummistiefel! Hier an Politikerfüßen.

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Gummistiefel an Politikerfüßen
quelle: dpa / patrick lux
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Julia K. und die 20 Euro: 

Mein erstes Festival war das "Highfield". Ich war 15 Jahre, wusste gar nicht was Festival bedeutet und bin einfach mit. Eine Freundin meinte, ich könne bei ihr mit im Zelt schlafen. Also bin ich ohne Rucksack und mit 20 Euro los. Der Zwanziger war auf dem Weg dahin schon ausgegeben. Also habe ich mich ein Wochenende lang durchgeschnorrt.

Doof nur, dass an Tag zwei meine Augen stark entzündet waren – die Kontaktlinsen habe ich aus Coolness-Gründen natürlich über Nacht drin gelassen. Heißt: ich habe gar nichts gesehen und hatte Tag und Nacht eine Sonnenbrille auf. Einfach nur cool!

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Timo und das Adamskostüm:

Erinnerungen sind ja immer so eine Sache. Im besten Fall verschwinden sie einfach oder sie verklären die Wirklichkeit und machen aus Scheiße Gold. Deswegen. Ohne Gewähr.

Mein erstes Festival dürfte in Kuden gewesen sein. Das ist ein Dorf in Dithmarschen. Kuden hat 611 Einwohner, ein Lebensmittelgeschäft, eine Kneipe und eine Gärtnerei. Ansonsten Weißkohl. Es muss Ende der 90er gewesen sein. Das "Kuden-Open-Air" war so ziemlich das Festival der Festivals. Kuden war Vorglühen für Wacken. So eine Art "Rock am Ring", nur ohne richtige Bands. Hauptsächlich traten dort Coverbands auf. Und ab einem gewissen Akoholpegel coverten dann die Echten die Falschen. Aber die Musik war eh wurscht.

Entscheidend war nicht auf, sondern neben dem Platz.

Die Zelte wurden auf Kohlackern aufgeschlagen, es wurde getrunken, vielleicht auch mal geknutscht (im Zweifel immer die anderen), aber hauptsächlich getrunken. Kleine Zeltgruppen sammelten sich dann um die wenigen Autos wie faulige Pilze um einen fauligen Baum. "I‘m a rebel" von Accept dröhnte sehr wahrscheinlich aus dem Autoradio.

Und ganz sicher stand irgendeiner im Adamskostüm auf dem Autodach und brüllte "Don’t you just know it?!"

Bier wurde gestochen, die Stimme heiser gebrüllt und Korn irgendwann nicht mehr mit Cola gemischt. Der Firnis der Zivilisation ist bekanntlich dünn. Und am letzten Tag brannten die Zelte. Natürlich. Denn: Was in Kuden passierte, sollte in Kuden bleiben. Das war Gesetz.

Helena und die Räuberleiter:

Nur wenige Kilometer vom "Taubertal-Festival" aufgewachsen, war mein erstes Festival nur so ein halbes Festival. Denn: Ich war einfach noch zu jung für ein komplettes Festival-Wochenende. Zum Glück gab es aber Freunde von Freunden mit Auto und diesen Biergarten, der sich (damals noch)  direkt gegenüber von der Hauptbühne befand. Von dort aus konnten wir wenigstens die Musik hören. Das genügte uns solange, bis der Headliner spielte.

Dann hielt uns nämlich nichts mehr in diesem Biergarten.

Also ab durch das Flüsschen Tauber, das uns noch vom Festivalgelände trennte, vorbei an den Securities direkt an den Zaun. Wo wir also schon mal da waren: Kurzer Blick links, kurzer Blick rechts und mit Hilfe der Jungs und deren Räuberleitern ab aufs Festivalgelände. Tatsächlich hatte es auch die komplette Gruppe unbemerkt geschafft und wir hatten einen super Abend. Wir fühlten uns ein bisschen wie Bonnie und Clyde! Von da an sind wir auf unzählige Festivals gefahren. Immer mit Ticket natürlich... 

Was wir zum Leben brauchen, werden wir uns schon irgendwie hol'n...

Wessen Geschichte fühlst du am meisten?
Welche Geschichten von deinem ersten Festival sind dir in Erinnerung geblieben? Schreib sie uns in die Kommentare! 

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