Leben
Bild

Bild: Facebook/ Peer Kusmagk

Interview

Ex-Dschungelkönig kritisiert: "Mit Reality-TV hat der Dschungel nicht mehr viel zu tun"

In wenigen Tagen steht fest, wer Dschungelkönig 2019 wird. Peer Kusmagk ist einer von 12 Ex-Campern, die es schon geschafft haben, den heiligen Dschungelcamp-Thron zu erklimmen. Die fünfte Staffel 2011 gilt bis heute als eine der legendärsten. Wir sagen nur: Sarah Dingens Knappik vs. Jay Khan.  

Streiten sich zwei, freut sich der Dritte. Und das war Kusmagk, der mit fast 70 Prozent der Stimmen zum Dschungelkönig gekürt wurde.

Im Interview mit watson.de spricht Kusmagk über die aktuelle IBES-Staffel (hier die Zusammenfassung von Tag 12), erklärt, warum die Sendung für ihn heute kein richtiges Reality-TV mehr ist – und was ihm das Dschungelcamp für seine Karriere gebracht hat.

Bild

Bild: Club Med

watson: 2011 hast du in einer der legendärsten Staffeln von "Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!" gewonnen. Wie hart war der Weg zum Dschungelkönig?
Peer Kusmagk: 
Die Zeit im Camp ist eine Extremerfahrung, die man nie wieder in dieser Form erleben wird. In Isolationshaft Mangelernährung ausgesetzt zu sein, ist schon eine harte Prüfung. Ich habe trotzdem nur gute Erinnerungen an diese Zeit. Das ist ein bisschen wie mit einer gescheiterten Beziehung. Auch wenn es viel Streit gab, überwiegen in der Erinnerung meist die schönen Momente.

Warum wolltest du damals überhaupt in den Dschungel?
Es hat mich einfach gereizt, mit einer bunten Mischung aus Lebenskünstlern ohne Handy und von der Außenwelt abgeschnitten campen zu gehen. Wann hat man schon mal die Chance, mit Menschen wie Rainer Langhans oder Mathieu Carrière zwei Wochen bei Reis und Bohnen im Dschungel am Lagerfeuer zu sitzen? 

Mich hat diese absurde Szenerie magisch angezogen.

Damals nach der Rückkehr aus Australien schien er trotzdem recht froh. 

Bild

Bild: imago/Thomas Lebie

Jetzt mal Tacheles: Wie hat sich deine Auftragslage nach dem Camp verändert?
Klar, wenn du den Dschungel als König verlässt, bekommst du viele Angebote. Das Entscheidende ist, die richtigen auszuwählen. 

Man ist auf jeder Party eingeladen und lebt ein Leben zwischen Karnevalsprinz und Bundespräsident, eine Art Sui generis.

Die Teilnahme beim Dschungelcamp hat sich für dich also auch finanziell gelohnt. 
Ja.

Ab welchem Zeitpunkt wird das Interesse an der Person "Dschungelkönig" wieder geringer?

Die Haltbarkeitszeit eines Dschungelkönigs beträgt etwa 6 Monate.

Dann ist der ganz große Hype jedenfalls vorbei.

Du schreckst vor Reality-Shows nicht zurück und warst auch bei "Adam sucht Eva". Warum? 
Mich faszinieren diese Herausforderungen unter extremen Bedingungen einfach und sie scheinen mir zu liegen. Ähnlich wie vor dem Dschungelcamp hat niemand mit meinem Sieg gerechnet und keiner dachte wohl auch, dass ich ausgerechnet bei "Adam sucht Eva" die Frau meines Lebens treffen würde. Mein Geheimnis ist vermutlich, dass ich diese Formate ernst nehme für was sie sind und authentisch bleibe.

Im Dschungel wollte ich die Erfahrung machen, unter Extrembedingungen mit Unbekannten zu campen. Diesen Eindruck habe ich bei vielen anderen Kandidaten leider nicht. Das ist schade, denn wer die mediale Aufmerksamkeit und das Geld über alles stellt, verpasst die Gelegenheit eine für sich unbezahlbare Erfahrung zu machen, indem er nichts spielt, sondern sich einfach auf die Situation einlässt.

Für den Zuschauer ist das auch das Spannendste zu sehen –echte Momente und private Augenblicke. Deshalb war unsere Staffel auch so extrem erfolgreich, weil es viele solcher Momente gab. Heute erscheint mir vieles sehr geplant. Der überraschende Moment, das Spannendste für den Zuschauer kann man aber in einem Reality Format nicht planen. Dazu braucht es Vertrauen in den Cast.

Zur Erinnerung – die Teilnehmer der 5. Staffel:

Bild

Bild: MG RTL D

Wie erklärst du dir, dass die Zuschauer die meisten Kandidaten mittlerweile gar nicht mehr kennen?
Das Format ist inzwischen der Star. Die Unterhaltung entsteht durch die Zusammenstellung gegensätzlicher und absurder Charaktere. Ob diese bekannt sind oder nicht, spielt keine große Rolle. Nur so kann man Konflikte planen und Unterhaltung garantieren. 

Mit Reality-TV, wie ich es verstehe, hat das aber nicht mehr viel zu tun. Dazu ist es zu berechenbar und genau das sollte Reality in meinen Augen nicht sein. Weder für die Macher noch für die Zuschauer.

Mittlerweile gibt es 12 Dschungelkönige. Wie können es die Gewinner schaffen, im Gedächtnis zu bleiben?
Ich habe versucht, immer wieder überraschende Entscheidungen zu treffen, wie zum Beispiel meine Teilnahme bei "Adam sucht Eva". Damit rechnet ja keiner. Als nächstes würde ich gerne in einem weniger exotischen Reality-Format teilnehmen. Nach dem Dschungelcamp in Australien und "Adam sucht Eva" in der Südsee würde ich mir ein ganz einfaches Setting wünschen. "Big Brother" zum Beispiel. Das würde mich sehr reizen.

Bild

Bild: MG RTL D

Welcher Kandidat hat nach dem Dschungel das Potenzial sich eine Karriere (wieder) aufzubauen?
Evelyn hat durch ihre tollpatschige Art einen hohen Unterhaltungswert aus dem sich mit einem guten Management sicher auch langfristig Geld machen lässt. In der Medienbranche geht es ja vor allem um das Alleinstellungsmerkmal und diese Rolle übernehmen ja sonst meist Männer. Die Besonderheit bleibt in Erinnerung und schafft einen großen Wiedererkennungswert. Alles was man heutzutage für eine Medienkarriere braucht.

Würdest du noch mal ins Dschungelcamp gehen?  
Diese Erfahrung kann man nicht wiederholen, weil man das Camp und die Abläufe als Kandidat ja jetzt schon kennt. Ich könnte mir allerdings eine Art Königstreffen innerhalb eines Reality-Formates in völlig anderer Umgebung sehr unterhaltsam für die Zuschauer vorstellen.

Und so sehen die Dschungelcamp-Kandidaten dieses Jahr aus:

Schon jetzt eine Szene, die Trash-TV-Fans nicht mehr vergessen werden:

abspielen

Video: watson/teamwatson

0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

"Ich finde den Begriff Heimat schwierig": Max Herre im Interview

Er ist mit "Freundeskreis" bekannt und eine ganze Generation mit A-N-N-A erwachsen geworden. Geschlagene sieben Jahre nach "Hallo Welt" veröffentlicht Max Herre nun sein neues Album "Athen". Darin nimmt er den Hörer mit auf einen Roadtrip in die Vergangenheit, mit auf eine unerhörte Reise ins eigene Selbst. Mit Zeilen ohne doppelten Boden und mit ungewohnt politischen Botschaften. Athen als Sehnsuchtsort begleitet den Hörer dabei stets als Metapher, als Möglichkeit, die es ganz sicher mal …

Artikel lesen
Link zum Artikel